Die Bahá'í-Religion

Ein kurzer Überblick

News

30. Oktober 2017

Angriffe im Jemen und im Iran fallen mit 200-Jahr-Feier zusammen

BIC NEW YORK - Jemenitische Sicherheitskräfte durchsuchten gestern eine Bahá'í-Versammlung in Sanaa ...

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18. Oktober 2017

Glückwünsche des Bundespräsidenten zum 200. Geburtstag Bahá'u'lláhs

Mit großer Freude hat der Nationale Geistige Rat der Bahá’í in Deutschland die Glückwünsche von Bund...

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Die Zentralgestalten des Bahá'í-Glaubens

Die Bahá’í-Religion ist Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und liegt heute hinter dem Christentum an zweiter Stelle in der globalen geographischen Ausbreitung. Die Bahá’í-Gemeinschaft stellt ein Abbild menschlicher Vielfalt dar. Im Jahr 2006 setzte sie sich aus ca. siebeneinhalb Millionen Gläubigen weltweit zusammen, die in mehr als 100.000 Orten lebten und über 200 verschiedene ethnische Gruppen repräsentieren.

Die Manifestation Gottes

Im Jahre 1863 verkündete Bahá’u’lláh (1817-1892), Sohn eines adeligen persischen Staatsministers, seine Botschaft mit dem Anspruch, der Gottesbote für die heutige Zeit zu sein, wie zu ihrer Zeit Christus oder Muhammad. Wegen dieses Anspruches und seiner fortschrittlichen Lehren wurde Bahá’u’lláh und seine Anhänger von weltlichen und religiösen Machthabern energisch verfolgt. Seine 40-jährige Gefangenschaft und Verbannung führten ihn quer durch das persische und osmanische Reich bis hin nach Akká im heutigen Israel.

Die Heiligen Schriften

Bahá’u’lláh verfasste über 15.000 Schriftstücke, Sendbriefe und Bücher in arabischer und persischer Sprache, die weitgehend im Orginaltext erhalten sind. Dieses umfangreiche Schrifttum enthält unter anderem Gebete, mystische Werke, Auslegungen anderer heiliger Bücher, Gesetze und Verordnungen, Schriften mit Bezug auf weltpolitische Fragen und verschiedene Wissenschaften sowie ethische Grundsätze, als Grundlage für persönlichen und gesellschaftlichen Wandel.

Der Mittelpunkt des Bündnisses

Bahá’u’lláh setzte seinen Sohn ’Abdu’l-Bahá testamentarisch als seinen Nachfolger ein. Er verlieh ihm außerdem die Autorität, die Heiligen Schriften verbindlich auszulegen. Mit dieser eindeutigen, religionsgeschichtlich einzigartigen Maßnahme schützte Bahá’u’lláh den jungen Glauben von Anbeginn vor Spaltung und Sektenbildung.

’Abdu’l-Bahá führte die junge Bahá’í-Gemeinde fast 30 Jahre lang. Im Zuge der jungtürkischen Revolution kam er 1908 durch eine Amnestie frei und konnte so zwischen 1911 und 1913 zwei lange Reisen u.a. in die USA, Kanada und Europa unternehmen. Im Jahr 1913 besuchte er auch Deutschland. ’Abdu’l-Bahá ist den Bahá’í ein Vorbild, ein Beispiel für hingebungsvolle Nächstenliebe und unermüdlichen Dienst für die Gesellschaft. Sein Leben und Werk bilden eine Quelle der Inspiration für viele Menschen. 1921 verschied ’Abdu’l-Bahá im Alter von 77 Jahren.

Der Hüter der Sache Gottes

In seinem Testament hinterließ 'Abdu'l-Bahá genaue Anweisungen für die weitere Entwicklung der Bahá’í-Gemeindeordnung. Er bestimmte seinen ältesten Enkel, Shoghi Effendi, zu seinem Nachfolger als „Hüter der Sache Gottes“.

Shoghi Effendi bewirkte während seiner Amtszeit (1921-1957), dass die Bahá’í-Gemeindeordnung Gestalt annahm und der Glaube sich in aller Welt verbreitete. Neben seiner umfangreichen Korrespondenz mit Gemeinden und Gläubigen übersetzte er zahlreiche Schriften aus dem Persischen bzw. Arabischen ins Englische. Zudem legte er die Einzelheiten für die Vorbereitung der Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit fest. Shoghi Effendi verstarb 1957 im Alter von nur 61 Jahren an den Folgen einer Grippe während eines Aufenthalts in London.

Die Lehren der Bahá'í-Religion

Die Einheit der Religionen

Bahá’u’lláh betont die Einheit der Religionen. Demnach stammen alle Religionen von demselben Gott, ob Hinduismus, Judentum, Zaroastrismus, Buddhismus, Christentum, Islam oder Bahá’í-Religion. Bahá’u’lláh erklärt, dass alle Religionsstifter die gleichen, ewigen Grundwahrheiten verkünden. Die Religionsstifter selbst haben nie den göttlichen Ursprung der vorangegangenen Religionen angezweifelt. Auch das zukünftige Folgen weiterer Religionen wurde immer nur von Menschen bestritten. Neben den ewigen Grundwahrheiten verkündet jeder Gottesbote auch neue Lehren. Sie entsprechen den Umständen, Bedürfnissen und Problemen seiner Zeit. Da sich die Gesellschaft stetig weiter entwickelt, wird die Kette der aufeinanderfolgenden Religionen nie enden.

„Jeder Prophet, den der allmächtige, unvergleichliche Schöpfer zu den Völkern der Erde zu senden beschloss, war mit einer Botschaft betraut und in einer Weise zu handeln beauftragt, wie sie den Erfordernissen des Zeitalters, in dem Er erschien, am besten entsprach.“

„Gott, der Schöpfer, spricht: Es gibt keinerlei Unterschied zwischen den Trägern Meiner Botschaft. Sie alle haben nur ein Ziel, ihr Geheimnis ist das gleiche.“

(Bahá’u’lláh)

Die Einheit der Menschheit

Das Thema „Einheit“ bildet den Kern aller Bahá’í-Lehren; ihr Ziel ist, die Einheit der Menschheit zu verwirklichen. Bahá’u’lláh sah voraus, dass die Völker und Nationen zu einer Weltgemeinschaft zusammenwachsen werden. Viele seiner Schriften erläutern, wie Einheit, Frieden und allgemeiner Wohlstand erreicht und gesichert werden können.

Die Menschheit ist eine Einheit. Sie hat bisher viele Entwicklungsstufen durchlaufen. Nach den Bahá’í-Schriften steht die Menschheit heute vor der Aufgabe, weltweit zusammenzuwachsen. Sie muss sich der Verantwortung für diesen Prozess stellen:

„Ob der Friede erst nach unvorstellbaren Schrecken erreichbar ist, heraufbeschworen durch stures Beharren der Menschheit auf veralteten Verhaltensmustern, oder ob er heute durch einen konsultativen Willensakt herbeigeführt wird, das ist die Wahl, vor die alle Erdenbewohner gestellt sind.“

(Das Universale Haus der Gerechtigkeit)

 

Auf der Webseite der Bahá'í-Gemeinde Deutschland können Sie mehr darüber lesen, woran Bahá'í glauben.

 

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