Die Bahá'í-Religion

Ein kurzer Überblick

News

14. Mai 2017

Menschenrechtsbeauftragte zur Inhaftierung von Bahá’i in Iran

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Bärbel Kofler, fordert "die iranische Justiz ...

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29. Oktober 2016

Rat der Religion in Nürnberg gegründet

Einsatz für Toleranz und Völkerverständigung

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Die Zentralgestalten des Bahá'í-Glaubens

Die Bahá’í-Religion ist Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und liegt heute hinter dem Christentum an zweiter Stelle in der globalen geographischen Ausbreitung. Die Bahá’í-Gemeinschaft stellt ein Abbild menschlicher Vielfalt dar. Im Jahr 2006 setzte sie sich aus ca. siebeneinhalb Millionen Gläubigen weltweit zusammen, die in mehr als 100.000 Orten lebten und über 200 verschiedene ethnische Gruppen repräsentieren.

Die Manifestation Gottes

Im Jahre 1863 verkündete Bahá’u’lláh (1817-1892), Sohn eines adeligen persischen Staatsministers, seine Botschaft mit dem Anspruch, der Gottesbote für die heutige Zeit zu sein, wie zu ihrer Zeit Christus oder Muhammad. Wegen dieses Anspruches und seiner fortschrittlichen Lehren wurde Bahá’u’lláh und seine Anhänger von weltlichen und religiösen Machthabern energisch verfolgt. Seine 40-jährige Gefangenschaft und Verbannung führten ihn quer durch das persische und osmanische Reich bis hin nach Akká im heutigen Israel.

Die Heiligen Schriften

Bahá’u’lláh verfasste über 15.000 Schriftstücke, Sendbriefe und Bücher in arabischer und persischer Sprache, die weitgehend im Orginaltext erhalten sind. Dieses umfangreiche Schrifttum enthält unter anderem Gebete, mystische Werke, Auslegungen anderer heiliger Bücher, Gesetze und Verordnungen, Schriften mit Bezug auf weltpolitische Fragen und verschiedene Wissenschaften sowie ethische Grundsätze, als Grundlage für persönlichen und gesellschaftlichen Wandel.

Der Mittelpunkt des Bündnisses

Bahá’u’lláh setzte seinen Sohn ’Abdu’l-Bahá testamentarisch als seinen Nachfolger ein. Er verlieh ihm außerdem die Autorität, die Heiligen Schriften verbindlich auszulegen. Mit dieser eindeutigen, religionsgeschichtlich einzigartigen Maßnahme schützte Bahá’u’lláh den jungen Glauben von Anbeginn vor Spaltung und Sektenbildung.

’Abdu’l-Bahá führte die junge Bahá’í-Gemeinde fast 30 Jahre lang. Im Zuge der jungtürkischen Revolution kam er 1908 durch eine Amnestie frei und konnte so zwischen 1911 und 1913 zwei lange Reisen u.a. in die USA, Kanada und Europa unternehmen. Im Jahr 1913 besuchte er auch Deutschland. ’Abdu’l-Bahá ist den Bahá’í ein Vorbild, ein Beispiel für hingebungsvolle Nächstenliebe und unermüdlichen Dienst für die Gesellschaft. Sein Leben und Werk bilden eine Quelle der Inspiration für viele Menschen. 1921 verschied ’Abdu’l-Bahá im Alter von 77 Jahren.

Der Hüter der Sache Gottes

In seinem Testament hinterließ 'Abdu'l-Bahá genaue Anweisungen für die weitere Entwicklung der Bahá’í-Gemeindeordnung. Er bestimmte seinen ältesten Enkel, Shoghi Effendi, zu seinem Nachfolger als „Hüter der Sache Gottes“.

Shoghi Effendi bewirkte während seiner Amtszeit (1921-1957), dass die Bahá’í-Gemeindeordnung Gestalt annahm und der Glaube sich in aller Welt verbreitete. Neben seiner umfangreichen Korrespondenz mit Gemeinden und Gläubigen übersetzte er zahlreiche Schriften aus dem Persischen bzw. Arabischen ins Englische. Zudem legte er die Einzelheiten für die Vorbereitung der Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit fest. Shoghi Effendi verstarb 1957 im Alter von nur 61 Jahren an den Folgen einer Grippe während eines Aufenthalts in London.

Die Lehren der Bahá'í-Religion

Die Einheit der Religionen

Bahá’u’lláh betont die Einheit der Religionen. Demnach stammen alle Religionen von demselben Gott, ob Hinduismus, Judentum, Zaroastrismus, Buddhismus, Christentum, Islam oder Bahá’í-Religion. Bahá’u’lláh erklärt, dass alle Religionsstifter die gleichen, ewigen Grundwahrheiten verkünden. Die Religionsstifter selbst haben nie den göttlichen Ursprung der vorangegangenen Religionen angezweifelt. Auch das zukünftige Folgen weiterer Religionen wurde immer nur von Menschen bestritten. Neben den ewigen Grundwahrheiten verkündet jeder Gottesbote auch neue Lehren. Sie entsprechen den Umständen, Bedürfnissen und Problemen seiner Zeit. Da sich die Gesellschaft stetig weiter entwickelt, wird die Kette der aufeinanderfolgenden Religionen nie enden.

„Jeder Prophet, den der allmächtige, unvergleichliche Schöpfer zu den Völkern der Erde zu senden beschloss, war mit einer Botschaft betraut und in einer Weise zu handeln beauftragt, wie sie den Erfordernissen des Zeitalters, in dem Er erschien, am besten entsprach.“

„Gott, der Schöpfer, spricht: Es gibt keinerlei Unterschied zwischen den Trägern Meiner Botschaft. Sie alle haben nur ein Ziel, ihr Geheimnis ist das gleiche.“

(Bahá’u’lláh)

Die Einheit der Menschheit

Das Thema „Einheit“ bildet den Kern aller Bahá’í-Lehren; ihr Ziel ist, die Einheit der Menschheit zu verwirklichen. Bahá’u’lláh sah voraus, dass die Völker und Nationen zu einer Weltgemeinschaft zusammenwachsen werden. Viele seiner Schriften erläutern, wie Einheit, Frieden und allgemeiner Wohlstand erreicht und gesichert werden können.

Die Menschheit ist eine Einheit. Sie hat bisher viele Entwicklungsstufen durchlaufen. Nach den Bahá’í-Schriften steht die Menschheit heute vor der Aufgabe, weltweit zusammenzuwachsen. Sie muss sich der Verantwortung für diesen Prozess stellen:

„Ob der Friede erst nach unvorstellbaren Schrecken erreichbar ist, heraufbeschworen durch stures Beharren der Menschheit auf veralteten Verhaltensmustern, oder ob er heute durch einen konsultativen Willensakt herbeigeführt wird, das ist die Wahl, vor die alle Erdenbewohner gestellt sind.“

(Das Universale Haus der Gerechtigkeit)


Weitere Lehren

Hier können Sie sich über die weitern Glaubensinhalte der Bahá’í-Religion informieren.

Außerdem finden Sie umfassende Informationen darüber, wie die Bahá’í-Gemeinde organisiert ist, was wir glauben und weltweit tun, und wie wir die Zukunft sehen, in unserem Magazin „Die Bahá’í“, das Sie hier kostenlos herunterladen können.

Aussagen über die Bahá'í-Religion

Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker, 1983:
"Die religiöse Gemeinschaft der Bahá'í verdient unsere Hochachtung. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Persien gegründet, ist sie heute dort die größte religiöse Minderheit. In der übrigen Welt hat sie heute mehrere Millionen Anhänger. Sie lehrt nicht nur, wie manche Religionen, den Frieden zwischen den Menschen und fordert die Überwindung des Kampfs zwischen den Mächtigen, sondern sie lehrt und praktiziert auch den Frieden zwischen den Religionen." 

 

Bundesverfassungsgericht vom 5.2.1991 (2BvR 263/86 = BVerfGE 83,341):
"... (Der) Charakter des Bahá'í-Glaubens als Religion und der Bahá'í-Gemeinschaft als Religionsgemeinschaft (ist) nach aktueller Lebenswirklichkeit, Kulturtradition und allgemeinem wie auch religionswissenschaftlichem Verständnis offenkundig…"

 

Prof. Dr. Friedrich Heiler, 1961:
"... Der Bahá'ísmus steht somit als geschichtliche Erscheinung den anderen Universalreligionen, dem Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Islam, Sikhismus und Christentum ebenbürtig zur Seite."

 

Prof. Dr. Helmuth von Glasenapp, 1957:
"Die Bahá'í-Religion ist unzweifelhaft eine Religion, die genauso zu bewerten und zu behandeln ist wie Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus usw. …"

Prof. Dr. Helmuth von Glasenapp, 1961:
"Die Religion der Bahá'í ist zwar aus dem Islam hervorgegangen, stellt aber eine selbständige Glaubensform, keine islamische Sekte dar. Man müßte ja sonst auch das Christentum, weil es aus dem Judentum erwachsen ist, als eine jüdische Sekte auffassen. In meinem Buche 'Die nichtchristlichen Religionen' habe ich auf Seite 60f die Bahá'í-Religion dargestellt und betont, daß sie 'eine neue, alle früheren Glaubensformen umfassende und erhöhende Weltreligion' sein will."

Prof. Dr. Gerhard Rosenkranz, 1961:
"Im Bahá'ítum bietet die neuere Religionsgeschichte ein Beispiel dafür, wie aus einer Weltreligion, in diesem Fall der Islam, eine Bewegung entstehen kann, die nicht nur den Anspruch erhebt, selbst eine Weltreligion zu sein, sondern auch die religionsphänomenologischen Merkmale einer solchen aufweist…"

Theologische Realenzyklopädie, Band V, Seite 131:
"Der Bahá'ísmus ist einzuordnen in die Hochreligionen der Erde. Er ist die im Lichte der Geschichte entstandene jüngste Offenbarungsreligion. Angesichts der Tatsache, daß der Bahá'ísmus sich an die gesamte Menschheit wendet und bereits in den meisten Ländern der Erde Fuß gefaßt hat, kann er schon heute den Weltreligionen zugerechnet werden."

Prof. Dr. Johann Figl, "Die Mitte der Religionen", Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1993:
"Der Bahá'ísmus ist religionswissenschaftlich betrachtet eine eigenständige Religion; er ist die jüngste Offenbarungsreligion in der Linie von Judentum, Christentum und Islam."

Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der deutschen Gemeinde im Jahr 2005

"Ich danke Ihnen für Ihr ungebrochenes Engagement für den Schutz und die Bewahrung gemeinsamer Werte und die Gleichwertigkeit aller Menschen. Die Religionsgemeinschaft der Bahai bringt sich seit Jahrzehnten in beispielhafter Weise in das gesellschaftliche Leben Deutschlands ein."  

Leo Tolstoi 

 "Wir verbringen unser Leben mit dem Versuch, das Geheimnis des Universums zu erschließen. Da war ein [...] Gefangener, Baha'u'llah, der hatte den Schlüssel. Baha'u'llahs Lehren beschenken uns mit der höchsten und reinsten Form religiöser Lehre."

Königin Maria von Rumänien

 "Sollte jemals eure Aufmerksamkeit auf die Namen Baha'u'llah oder Abdul-Baha gelenkt werden, so legt ihre Schriften nicht zur Seite! Forscht in ihren Büchern und lasst ihre herrlichen friedebringenden, liebeverbreitenden Worte und Lehren so in eure Herzen eindringen, wie sie in meines drangen..."

 

Mahatma Gandhi

 "Der Bahai-Glaube ist ein Trost für die Menschheit."

 

Prof. Benjamin Jowett (englischer Theologe, 1817-1893)

 "Lassen Sie die Bahá'í-Bewegung niemals aus Ihren Augen. Die Bahá'í-Bewegung ist das größte Licht, das seit den Tagen Jesu Christi in die Welt kam; sie ist zu erhaben und zu groß, als dass die Gegenwart ihre ganze Bedeutung verstehen könnte, aber die Zukunft wird sie erfassen."

Sir Karl Popper

  „Sie wissen, dass ich mich aufgrund der entsetzlichen Entartungen mit keiner Religion identifizieren kann. Aber wenn ich es könnte, dann würde ich der Bahai-Religion zuneigen.“